Mythologie – Den Willen der Götter erkennen

MythologieVon den Völven wurde erwartet, dass sie die Mythologie ihres Volkes kannten. Von der Erschaffung der Welt bis zu Ragnarök und darüber hinaus.

Bei den alten germanischen Völkern ging man davon aus, dass die Völven durch ihre enge Beziehung zu den Göttern direkt von ihnen zu Fragen der Mythologie unterrichtet wurden. Man glaubte auch daran, dass die Völven durch diese Kenntnisse die Zukunft einer Gemeinschaft positiv beeinflussen könne. Dieser Aspekt der Aufgaben einer Völva richtete sich vorrangig an die Seherinnen (Spakona) unter ihnen.

Kenntnisse über die Mythologie ihres Volkes wurden jedoch von allen Völven erwartet. In diesem Punkt hatte eine Völva keine Wahl. Nur durch einen tiefen Einblick in die Götterwelt konnte sie ihre anderen Aufgaben zufriedenstellend erledigen.

Bestandteil der Götterlieder der Edda, ist die Völuspá (der Seherin Weissagung). Darin berichtet eine Seherin von der Entstehung und dem Ende der Welt bis zum Weltuntergang (Ragnarök) und der damit verbundenen Neuentstehung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Zukünftigen, der Neuentstehung nach dem Weltuntergang. Im Unterschied zu anderen Götterliedern der Edda handelt es sich bei der Völuspá um einen zusammenhängenden Ablauf und nicht nur um die Aufzählung religiöser Elemente. Die Völuspá stellt ein gutes Beispiel für die Kenntnisse einer Völva über die Mythologie dar.


Bild oben: Yggdrasill mit den verschiedenen Tieren, die darin und darauf leben aus einer isländische Handschrift aus dem 17. Jahrhundert von W. G. Collingwood. | Lizenz: PD
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