Gebrauchsweihe – Weihen von Runen im täglichen Umgang

GebrauchsweiheDie Gebrauchsweihe ist auf den ersten Blick einfacher, als eine rituelle Runenweihe jedoch ist sie auch riskanter. Sie ist ein reiner Willensakt. Dabei konzentriert sich die Völva auf die Verbindung zu der Rune und die Aufgabe, die sie ihr zugedacht hat. Aber auch auf die Erwartungen, die sie diesbezüglich an die Rune hat. Wie lange das dauert, ob man dabei laut oder in Gedanken mit der Rune spricht, welchen Platz man dafür wählt, ist alles den individuellen Vorstellungen und Wünschen der Völva überlassen.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass eine Gebrauchsweihe nie endet!

Jedesmal, wenn die Völva physisch oder mental Kontakt zu der Rune aufnimmt, wird die Gebrauchsweihe fortgesetzt. Die Verbindung zwischen Völva und Rune wird immer stärker und die gemeinsamen Fähigkeiten wachsen. Die Rune wirkt dabei wie ein Speicher, der gemeinsame Erfahrungen wieder abrufbar macht. In mehreren Fällen berichten Völven davon, dass bei der Gebrauchsweihe von Runen auf ihrem Stab dieser lebendig geworden sei. Er hätte sich wie eine Schlange um ihren Arm gewickelt.

Für die Arbeit einer Völva ist die Gebrauchsweihe unverzichtbar, birgt jedoch auch Gefahren. Die Rune bleibt – anders als bei der rituellen Weihe oder der Blutweihe – beeinflussbar. Das bedeutet, dass sie auch von anderen Personen – sogar ungewollt – beeinflusst werden kann. Die Gebrauchsweihe sollte daher nur dann eingesetzt werden, wenn man die Rune vor fremder Beeinflussung schützen kann (Stab, Taekhan), es nicht anders möglich ist (Laidon) oder zu Übungszwecken (Erlenstab).

Die Gebrauchsweihe kann durch eine rituelle Weihe oder Blutweihe beendet werden.


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