Zauberpflanze Farn – geheimer Völven-Zauber

Vor etwa 350 Millionen Jahren, zur Karbonzeit, erreichte der klassische Farn eine Größe wie unsere heutigen Bäume. Er gehört zu den ältesten Pflanzen der Erde. In den tropischen Regenwäldern sind derart große Farngewächse auch heute noch, unter dem Namen Baumfarn, zu finden. Es gibt sie aber auch in winzig kleiner Variante von nur wenigen Zentimetern. In Mitteleuropa sind über 100 verschiedene Arten heimisch, weltweit sogar bis zu 12.000.
Farne fühlen sich in Wäldern, im kühlen, feuchten Schatten von Bäumen am wohlsten.Farn
Farngewächse blühen nicht und tragen auch keine Samen, da sie Sporenpflanzen sind. Aufgrund dessen ranken sich um dieses Kraut so viele Legenden, dass es Volksglaube direkt hinter der Alraune seinen Platz findet.

Zauberei

Mit Farngewächsen wurde und wird viel gezaubert.
Auf nackter Haut getragen sagte man ihm großen Schutz vor Verfluchungen, Hexerei, bösen Geistern nach.
Im schattigen Garten angepflanzt schützte er sogar vor dem Teufel, denn der verrichtete seine finsteren Werke niemals dort wo ein Farngewächs lebte.
Schutzpflanzen gibt es sehr viele, aber wie ist das mit dem Farn in Bezug auf Glück? Kristalle und Gold finden – dazu befähigte der Farn seinen Besitzer. Im Spiel, bei Unternehmungen und sogar in der Liebe gilt der Farn als eine wahre Glückspflanze.

Um den Farn ranken sich sehr viele Mythen. Er blüht nicht – oder doch? Im Volksglauben ist bekannt, dass der Farn um Mitternacht blühen soll. Sobald jemand zufällig des Weges kommt verschwindet die Blüte sofort. Sollte es doch jemand schaffen, solch eine Blüte zu finden und dann abzureißen, dem würde in Höllenflammen und unter tönendem Gelächter die Erde aufreißen. Verlockend war es dennoch die Blüte zu finden, denn sie öffnet demjenigen jedes Schloss und jede Tür.

Farnsamen

Der Farn als Sporenpflanze bildet keine Samen und genau deswegen gibt es um diesen Samen viele Legenden. Der ideale Zeitpunkt um den Samen zu sammeln war die Sonnenwendnacht. Reichtum und Glück schenkte er seinem Besitzer. Sollte man keinen Samen gefunden haben gab es eine weitere Möglichkeit an diesen zu gelangen. Ein Tütchen voller Samen bekam man, wenn man seine Seele an den Teufel verkaufte.
Mit von diesem Glaube waren auch die Hexenprozesse. Es gab einen Fall im 16. Jahrhundert in dem ein Mann der Zauberei angeklagt wurde. Er gestand das er Farnsamen niemals aus dem Wald geholt hätte, er aber genau wüsste wie es funktionieren würde – dieses Geständnis kam natürlich nicht freiwillig über seine Lippen. An einem gekreuzten Weg legte man ein Tierfell nieder und zog, idealerweise kurz vor Mitternacht, mittels eines Haselstocks stumm einen Kreis und legte einen weißen Wegwartenstock hinein. Dies entblößte alle nur vorstellbaren Erscheinungen. Genau um Punkt Mitternacht musste der Wegwartenstock entfernt werden. Unter dem Tierfell wuchs nun ein Stängel heraus aus dem der Farnsamen zur Erde fallen würde.Farn
Dieses Geständnis nützte dem Mann leider nichts, denn wenige Monate später wurde er enthauptet.
Einige Frauen die als Hexe angeklagt wurden berichteten, dass diese Möglichkeit bestünde, es aber wirkungsvoller wäre den Farnsamen unter einem Wacholderbusch zu sammeln. So trete man auch in Kontakt mit Verstorbenen. Man würde unsichtbar und verstünde die Sprache der Tiere.

Im 17. Jahrhunderte wurde ein Gesetzt geboren, welches das Sammeln der Farnsamen verbot. Die Angst vor den Samen war so groß, dass jeder, der behauptete man könne den Teufel damit bezwingen, zwei Pfund Strafe zahlen musste.

Mittsommer

Früher waren viele Bräuche um den Farn – so vor allem in der Nacht von Mittsommer. Das Volk band sich Gürtel aus Farnwedeln um, so seie man das gesamte Jahr vor Krankheiten geschützt. Heiratslustige Mädchen liefen in dieser Nacht durch die Farne, damit der Samen in ihre Schuhe fiel. Zu Hause leerten sie die Schuhe in Töpfe – nur so würde der Angebetete erscheinen.
Tüpfelfarn war bekannt einem wunderbare Träume zu schenken. Für Liebeszauber verwendete man den Frauenhaarfarn, denn dieser sollte denjenigen verjüngen und ein langes Leben schenken.
Er schütze über die Türe gehängt vor Blitzschlag, vor bösen Geistern und dem Teufel selbst.

Als Völva ist mir noch ein ganz anderer, bisher geheimer, Zauber bekannt, den ich euch hier verraten möchte. Für ein Pflanzenamulett näht ihr ein Stück Farn zusammen mit eurem Monatsblut in ein Tüchlein. Früher wurde dieses um den Hals getragen, heute können wir es auch in der Handtasche bei uns tragen. So haben wir immer unseren eigenen Schutz dabei.

Heilkraut Farn

Aber nicht nur in der magischen Welt hat der Farn einiges zu bieten. Er ist auch eine wundervolle, allerdings leicht giftige, Heilpflanze.
Verwendet wurde er bei Würmern (die Wurzel innerlich), Gicht, Rheuma, Krampfadern, Nervenschmerzen und krampfhaften Kopfschmerzen.
Durch die leicht giftige Wirkung des Farn vertrieb man Würmer sehr wirksam. Aufgrund dessen ist die Anwendung mit einer selbst zubereiteten Tinktur aber nicht zu empfehlen. Äußerlich wende ich den Farm jedoch bedenkenlos an. Eine Tinktur mit Farnwurzel wird hierzu auf die Haut gerieben und kann sogar bei Wadenkrämpfen helfen.
Die Blätter können in ein Kissen gegeben werden und dienen ebenfalls der Linderung von Schmerzen.
Die Wurzel sammelt man idealerweise im Spätsommer oder beginnenden Herbst, die Blätter im Hochsommer.

Räucherung

Farn eignet sich sehr gut zum Räuchern. Vom Geruch her erinnert er etwas an Waldboden. Holzig, krautig und dabei leicht bitter.
Er stärkt unser Selbstwertgefühl, immer wenn etwas an uns nagt und wir uns klein machen möchten. Eine Farn-Räucherung lässt uns gerade werden, wir zeigen uns ganz präsent im Außen. Unser Selbstbewusstsein wird gestärkt und wir entfalten unsere wahre Größe.

Denke beim nächsten Spaziergang einfach mal daran dir einen Farnwedel mitzunehmen. Sei aber höflich zu dieser großen magischen Pflanze. Frage zuerst und bedanke dich danach. Zu Hause getrocknet hast du eine wunderbare Möglichkeit für eigene kleine Zauber.


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