Kräuterwissen – Pro & Kontra zur Naturmedizin

KräuterwissenDas Interesse an dem alten Wissen um einheimische Kräuter ist recht groß. Die Angst davor, sich durch Unwissenheit selbst zu schaden, ist es leider nicht weniger. Das muss jedoch nicht sein! Kräuterwissen ist keine geheime, mystische oder okkulte Wissenschaft. Es ist altes, seit Generationen überliefertes und praktisch erprobtes Wissen.

Bild: Hopfen © PD

Sind pharmazeutische Mittel sicherer?

Wir sind darauf konditioniert, nur solchen Medikamenten zu vertrauen, die das Zulassungsverfahren für Arzneimittel durchlaufen haben. Das kann aber auch böse daneben gehen! Erinnern wir uns nur an den Contergan-Skandal Anfang der 1960er Jahre. 2011 widerrief das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medezinprodukte (BfArM) die Zulassung für den Wirkstoff Bufexamac. Den Wirkstoff kannte kaum jemand, das Medikament Faktu akut war die damals wohl bekannteste Hämorrhoiden-Salbe.

Wer nun glaubt, derartiges könne heute nicht mehr vorkommen, der irrt. Bestandteil des Verfahrens zur Arzneimittelzulassung ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines neuen Medikamentes. Treten nach der Zulassung dann doch zu viele negative Nebenwirkungen auf, nimmt man das Medikament eben wieder vom Markt. Rechtlich abgesichert sind die Pharmakonzerne durch den Beipackzettel.

Dennoch wird uns nicht zuletzt durch die Werbung immer wieder eingebläut, wie toll es ist, konzentrierte chemische Produkte mit diversen möglichen „Nebenwirkungen“ zu schlucken. Zu groß ist der Profit und zu klein das Gewissen mancher Profiteure. Und Chemie ist ja auch viel besser als die ach so gefährliche Natur, oder?

Unsicherheit und Bequemlichkeit

Ab und an mal etwas Salat aus Giersch oder Löwenzahn ist okay. Sich aber bei Bauchweh oder einer Erkältung mit Kräutern selbst zu helfen, davor scheuen wir zurück. Wir fürchten uns davor, uns durch Unkenntnis selbst zu schaden. Dazu kommt die Bequemlichkeit. Ein industriell hergestelltes Medikament ist in der Apotheke meist vorrätig. Kräuter müssen gesammelt werden und stehen nur Jahreszeitabhängig zur Verfügung.

Kräuterwissen

Beim Sammeln von Kräutern erleben wir häufig eine Situation ähnlich dieser: Kinder stürzen sich begeistert auf die Wiese. Sie rupfen einige Pflanzen und präsentieren diese stolz der Mami. Und die reagiert angeekelt. „Wirf das weg, das ist schmutzig.“ oder auch „Wer weiß, wer da schon drauf gepullert hat?“. Diese Mütter scheinen zu glauben, dass unsere Lebensmittel in einer sterilen Umgebung wachsen. Aber auch heute noch hoppeln Häschen über die Kohlfelder und hinterlassen ihr großes und kleines Geschäft. Schnecken knabbern an den Erdbeeren und diverse Insekten laben sich an Birnen und Pflaumen. Ob solche Mütter mal darüber nachdenken, wie Honig entsteht?

Bild links: Gift-Lattich © PD
 

Giftige Pflanzen

Es gibt in Europa vergleichsweise wenige Pflanzen, die so giftig sind, dass man sich vor ihnen fürchten müsste. Wie jedoch Paracelsus schon sagte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

Die Verteufelung von Heilpflanzen auf Grund eines einzelnen, isolierten Wirkstoffes ist kaum nachvollziehbar. In den seltensten Fällen ist man in der Lage, genug von dieser Pflanze zu essen, bevor sich eine gefährdende Wirkung dadurch einstellt. Da machen uns die Beipackzettel von Medikamenten mehr Angst!

Mangelndes Vertrauen in überliefertes Kräuterwissen

Viele Menschen sind heutzutage wissenschaftsgläubig: Ist etwas nicht wissenschaftlich bewiesen, dann kann es auch nicht gut, richtig oder überhaupt existent sein. Ein passendes Beispiel dafür ist das Verbot Steine im konkreten Zusammenhang mit einer (möglichen) Heilwirkung als „Heilsteine“ zu bezeichnen. (Siehe Urteil des LG Hamburg vom 21.08.2008; Az. 327 O 204/08).

Auch für Heilpflanzen gibt es kaum entsprechende wissenschaftliche Nachweise. Die Anforderungen dafür sind auch sehr hoch. So müssen derartige Nachweise gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen, die durch klinisch pharmakologische Untersuchungen mit klinischen Tests und klinische Erprobung gewonnen wurden. Die Kosten dafür sind immens und einer Durchführung stehen auch die Interessen der Pharmaindustrie gegenüber. Die will ja ihre Medikamente teuer verkaufen. Könnten Menschen ihre Medikamente auf dem Fensterbrett heranwachsen lassen, wäre die Pharmaindustrie schnell pleite. Das wird sie mit allen Mitteln zu verhindern suchen.

Kräuterwissen

Interessant ist, dass Naturheilmittel aus Asien dagegen bei uns hoch im Kurs stehen. Besonders das Kräuterwissen aus Indien und China wird geschätzt. Überliefertes Wissen über Kräuter und Naturheilkunde ist also durchaus akzeptabel. Es muss nur von „woanders her“ kommen.

Bild rechts: Baldrian © PD

Regionale Besonderheiten

Wenn wir mit Runen arbeiten achten wir darauf, uns von elektromagnetischen Feldern möglichst fern zu halten. Elektrosmog und starke Magnetfelder stören bei der Runenarbeit. Und nein, das ist nicht wissenschaftlich bewiesen! Es ist ein Erfahrungswert aus vielen Generationen. Altes Wissen eben.

Manch überliefertes Kräuterwissen geht ebenfalls auf diesen Aspekt ein. Auch, wenn das Wort „Elektrosmog“ damals noch nicht bekannt war. Unsere Körper sind auf das Magnetfeld der Erde abgestimmt. Speziell auf die Region der Erde, in der wir aufgewachsen sind. Bei den Pflanzen verhält es sich ebenso. Nutzen wir also Pflanzen aus unserer Region, dann bekommen wir die auf unsere Körper abgestimmten Wirkstoffe. Das betrifft die Zusammensetzung ebenso, wie die Konzentration.

Kann es Zufall sein, dass viele Heilpflanzen genau dann wachsen, wenn ihre Wirkstoffe von Mensch und Tier am meisten gebraucht werden?

Kräuterwissen der Völven

Wir unterteilen den Bereich Kräuterwissen in drei Kategorien: Heilpflanzen, Räuchermischungen und Küchenkräuter. Unser Anliegen ist es, das alte Wissen über Kräuter und ihre Wirkung zu bewahren. Es sollte wieder zu einem selbstverständlichen Bestandteil unsere täglichen Lebens werden.

Die anscheinend unendliche Anzahl an verschiedenen Kräutern mag zu Anfang Furcht einflößend sein. Doch sollte man deshalb nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Man beginnt mit einigen Kräutern, die man schon dem Namen nach kennt. Zum Sammeln sind kleine Karten (Spickzettel) sehr hilfreich. Je nach Jahreszeit fügt man dann die eine oder andere Pflanze zum eigenen „Repertoire“ hinzu.

Häufiger Aufenthalt in der Natur bei der Suche nach weiteren Kräutern schärft sehr schnell die Sinne. Schon nach kurzer Zeit entdeckt man Kräuter dort, wo man sie vielleicht seit vielen Jahren nicht wahrgenommen hat. Das eigene Wissen und die eigenen Fähigkeiten erweitern sich. Kräuterwissen macht Spaß und bringt Erfolg.


Siehe auch unsere Tipps zum Kräutersammeln und den Bereich Kräuterwissen in unserem Forum.