Kräuter sammeln – Tipps, Hinweise und Ratschläge

Kräuter sammelnNach dem Winter, wenn die ersten frischen, grünen Pflanzen auf der kahlen Erde erscheinen, erwacht bei uns die Kräuter-Sammel-Leidenschaft. Auch bei mir geht es rund und ich lege mir einen Schlachtplan zurecht – wann ich was am besten sammeln könnte. In vielen Gesprächen mit anderen Menschen ist mir zum Thema Kräuter sammeln aber einiges aufgefallen und darauf möchte ich dich aufmerksam machen.

Nicht an Straßen- oder Feldrändern sammeln

Achte darauf, wenn du doch mal ein Feld betrittst das du auch gerne beim Bauern anfragen kannst ob dies für ihn in Ordnung ist. Respekt ist sehr wichtig. Dabei erfährst du dann auch gleich wann und ob und womit das Feld gespritzt/behandelt wurde. So kannst du vielleicht doch die ein oder andere Kamille oder Kornblume sammeln.

In der Regel sammelst du aber lieber wo anders. Denn Abgase, Pestizide und Chemikalien möchte niemand in seinen Heilkräutern und später im Tee oder in der Salbe haben.

Fuchsbandwurm

Von diesem habe ich schon sehr oft zu hören bekommen. Aber auch „die ganzen“ Parasiten die nur darauf warten in deinem Tee zu landen, die gibt es natürlich nur draußen – in der Natur – wo alles gefährlich, giftig und verseucht ist. Aber wie sieht denn die andere Seite aus? Pestizide, Chemikalien, Wachstumshormone, genetisch verändertes Gemüse? Das diese Nahrung gesünder sein soll bezweifle ich stark.

Würde der Fuchs aber bei seiner Jagd auf Fasane wirklich zwischen einer Waldwiese und einem angelegten Salatacker unterscheiden? Fragt er sich, ob dies der richtige Ort für seine Hinterlassenschaften ist? Warum haben wir dann keine Angst davor wenn wir unser Gemüse und Obst im Discounter kaufen? Wissen wir vielleicht, dass dies alles im Treibhaus gezüchtet wurde?

Der Fuchs ist förmlich durchgehend auf Nahrungssuche – und damit auch beim koten. In dichten Büschen oder auf hohen Wiesen wird er da nicht weit gucken können. Und da wir, theoretisch gesehen, keine Baumstümpfe oder Felsen essen besteht doch eigentlich keine Gefahr.
Übrigens.. in Deutschland ist der Hund der Hauptüberträger des Fuchsbandwurms!

Verhalte dich nachhaltig!

Pflücke nicht einfach wahllos alles was du finden kannst ohne zu wissen was es ist und wie du es verwendest – und auch nicht in solchen Mengen, die du zu Hause gar nicht mehr verarbeiten kannst oder magst weil die Lust weg ist.
Viele Hummeln, Bienen, Insekten und Schmetterlinge leben von diesen Pflanzen. Ja, der Anblick eines ganzen Feldes von Duftveilchen und dessen Geruch ist betörend. Es gibt jedoch noch andere Lebewesen, die genau diese zum Überleben benötigen!

Wichtig ist mir noch, dass du nicht die gesamte Pflanze heraus reißt, denn damit ist sie verloren. Pflücke wenige Blätter und gehe zur nächsten Pflanze. Maximal ¼ solltest du als Grundregel beachten. Die restlichen ¾ benötigt die Pflanze um weiter wachsen zu können und die Tierwelt zu versorgen.

Plane genau

So eine Kräuterwanderung kann schon mal die ein oder andere Stunde dauern, denn Kräuter sammeln bereutet auch mental zu arbeiten und sich inspirieren zu lassen. Stellst du dich danach wirklich noch in die Küche um die Samen aus einem ganzen Korb Brennessel-Rispen zu puhlen? Hast du überhaupt daran gedacht nur die weiblichen Samen zu sammeln oder wusstest du es vielleicht gar nicht das es unter den Brennesseln Männlein und Weiblein gibt?

Unsicherheit

Wenn du nicht weißt welches Kraut vor dir steht pflücke es nicht. Mache ein Foto davon und schaue hier auf meiner Homepage oder auch in Büchern nach. Du kannst auch gerne Fragen stellen! Am nächsten Tag gehst du dann los und sammelst es, sofern du es benötigst. Das ist besser, als die Pflanze einfach weg zu werfen, nur weil sie giftig oder unbrauchbar für dich ist. Wir achten die Natur.

Fang langsam an und suche dir zwei oder drei Kräuter die du genau bestimmen kannst. Davon sammelst du dann ein paar Zeige, Blätter, Blüten. Du verarbeitest sie komplett und hast nun eine Vorstellung von der Arbeit. Dann lernst du eine weitere Pflanze erkennen und bei deiner nächsten Wanderung sammelst du dann diese.

Im Frühling, wenn die Pflanzen noch jung sind, ist die Verwechslungsgefahr mit anderen, eventuell giftigen, Pflanzen recht hoch. Warte daher lieber ab, bis die Pflanze erkennbar ist.

Naturschutz

Und nicht zu vergessen der Hinweis auf den Naturschutz.
Es gibt in Deutschland eine Rote Liste. Dort drin stehen Pflanzen, die geschützt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Achte aber bitte auch darauf, das es auch innerhalb bestimmter Regionen andere Einschränkungen gibt. Als Beispiel der Bärlauch. In Mittel- und Süddeutschland in Massen zu finden – in Schleswig-Holstein und Hamburg zählt er zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzen. Auf meinen Seiten habe ich es zu den Pflanzen hinzu geschrieben, wenn sie unter Naturschutz stehen.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hält die Rote Liste auf seiner Website ständig aktuell.

Wir möchten alle unsere Pflanzen noch so lange wie möglich genießen können, aber leider sind wir manchmal zu gierig. Mit ein wenig Achtung und Respekt können wir ganz viel erreichen. Danke!


Siehe auch die Beiträge zum Kräuter sammeln in unserem Forum.
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