Rituale der Völven – Voller Magie und Geheimnise

Rituale der VölvenEs sind mehrere Rituale der Völven durch Familientraditionen überliefert. So stammt beispielsweise das Pflichtritual mit Sicherheit bereits aus der Zeit vor dem dreißigjährigen Krieg. Wie alt es wirklich ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Über Jahrhunderte wurde das Wissen um diese Rituale als Geheimnis gehütet. Heute dagegen lockern sich einige Vorschriften und altes Wissen wird öffentlich zugänglich. So sind uns die Pflichten einer Völva klar und eindeutig überliefert.

Pflichtritual

Die Wanin Freyja ist Göttin und Schirmherrin der Völven. Ihre Erkenntnisse erhalten die Völven durch Überlieferung und Ausbildung durch erfahrene Völven. Jeder Völva steht jedoch auch eine Walküre zur Seite mit der sie durch die schamanische Reise Kontakt aufnehmen kann.

Nur eine erfahrene runische Schamanin darf sich als Völva spezialisieren. Es bedarf keiner Prüfung oder dergleichen sondern nur der Entscheidung einer Schamanin, als Völva zu praktizieren und sich so zu nennen. Anders ist es, wenn eine Litilvölva von einer erfahrenen Völva ausgebildet wird. Dann entfällt der Umweg über die Schamanin. Entscheidet sich eine Frau für den Weg der Völva, so muss sie jährlich viermal ein vorgeschriebenes Ritual durchführen. Von der Mutter ausgebildete Mädchen führen dieses Ritual erstmalig an Ostara nach ihrer ersten Regelblutung durch.

Vorgeschriebene Termine

Ostara, die Frühlings – Tagundnachtgleiche am 19., 20. oder 21. März
Litha, die Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni
Mabon, die Herbst – Tagundnachtgleiche am 22., 23. oder 24. September
Jul, die Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember

Führt eine Völva dieses Ritual erstmalig aus, so muss es zu Ostara sein! Wird ein Termin versäumt, so darf die Völva erst nach dem nächsten Ritual wieder als solche tätig werden. Das nächste Ritual darf jedoch frühestens nach Ablauf eines Jahres durchgeführt werden und der Termin muss wieder zu Ostara sein.

Rituale und Zauber der Völven

Hamingja – Ritual
Hamingja ist die Personifizierung des Glücks oder des Glücks eines Individuums oder einer Familie. Danach ist jedoch auch eine Binderune benannt, deren Anfertigung nur den Völven erlaubt ist. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten wird das Holz (Birke) für diese Binderune am Vorabend von Ostara geschnitten. Die Runenweihe erfolgt Tagsüber an Ostara und ist an ein vorgeschriebenes Ritual gebunden. Der Talisman mit dieser Binderune wird ein Jahr lang getragen. War es ein glückliches Jahr, so trägt man ihn weiter, denn er beschert seinem Träger weitere glückliche Jahre. Sollte das Jahr nicht so gut gewesen sein, kann man die Völva um einen neuen Talisman bitten.

Als Hamingja wird auch ein weiblicher Folgegeist bezeichnet (siehe auch Weiße Völva).

Liebeszauber wurden mit Federn, Früchten aber auch mit aphrodisierende Pflanzen vollzogen. Bemerkenswert ist dabei, dass für Rituale und Zauber nur die Federn von wildlebenden Vögeln verwendet werden durften. Diese mussten lebend gefangen und später wieder frei gelassen werden. Einer Völva ist es ausdrücklich verboten, Vögel und Katzen zu verletzen oder sogar zu töten.

Auch Trennungszauber gehörten zum Repertoire der Völven. Dabei wurden Pflanzenteile, Wurzeln oder Samen vom Schwarzen Bilsenkraut, Stechapfel, Alraune oder Schierling verwendet.


Siehe auch Heidnische und runische Rituale, Weljakwuman.
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