Ritual der Familien – Weljakwuman, der willkommene Gast

Ritual der FamilienDas Ritual der Familien wird zumeist von einem runischen Schamanen oder einer Völva geleitet. Es findet bevorzugt am Rande eines Gewässers statt und festigt den Zusammenhalt innerhalb der Familie und der Gemeinschaft.

Ritual der Familien

Weljakwuman bedeutet so viel wie „Willkommener Gast“ oder auch „Erwünschter Gast“.

Rituale haben nicht immer etwas mit der Anrufung von Göttern zu tun. Manchmal geht es auch einfach nur um Spaß und Gemeinschaft. Weljakwuman ist dafür ein schönes Beispiel.

Dieses Ritual der Familien wird gerne zu den Sonnen- und Mondfesten durchgeführt, einen vorgeschriebenen Anlass gibt es jedoch nicht. Es soll uns in Erinnerung rufen, wie wichtig die Gemeinschaft für uns alle ist. Vorrangig geht es darum, den Kindern den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft zu demonstrieren und sie zur Zusammenarbeit zu animieren. In den 1960er Jahren wurde das Ritual der Familien erstmals mit einem Laternenumzug beendet. Diese Idee fand großen Anklang und hat sich schnell verbreitet.

Einweisung

Zu Beginn spricht der Ritualleiter einige einleitende Worte. Der Inhalt hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert und ist auch von Gemeinschaft zu Gemeinschaft recht unterschiedlich. Die folgenden Worte sind nur ein sinngemäßes Beispiel.

„Jeder, der an unserem Fest teilnehmen möchte ist uns willkommen. Unsere Freunde sind für uns Familie und unsere Familienmitglieder sind unsere Freunde. Die Gemeinschaft ist unsere Stärke und unsere Kinder sind die Zukunft der Gemeinschaft. Wir alle sind Weljakwuman.“

Dann erklärt der Ritualleiter, wie das Ritual abläuft.

Ablauf

Die Erwachsenen stellen sich paarweise auf, fassen sich an den Händen und bilden so ein Tor (siehe Bild). Die Kinder bilden Paare, fassen sich an den Händen und laufen durch alle Tore hindurch. Kinder, die sich für zu erwachsen halten um daran teilzunehmen, bilden ebenfalls Tore oder betätigen sich als Helfer. Die Tore stehen jedoch nicht still. Sie wandern hin und her, drehen sich oder lösen sich auf und bilden mit wechselnden Partnern neue Tore. Wenn sich zwei Paare zu einem Viereck aufstellen bilden sie sogar vier Tore.

Aufgabe der Kinder ist es, ohne den Handschluss mit dem Partner zu lösen, durch alle Tore hindurch zu laufen. Am Ende des Parcours wartet der Schamane oder Helfer und überreicht allen Kinder ein kleines Geschenk.

Sobald das letzte Paar Kinder durch das erste Tor hindurch ist, folgen die Personen, die dieses Tor gebildet haben den Kindern. Beim nächsten Tor und allen weiteren Toren ebenso.

Geschenke

Individuelle Geschenke mitzubringen hat sich als ungeeignet erwiesen. Dadurch kann zu schnell Neid geweckt werden. Obst, Kuchen oder auch Schokoriegel sind eher geeignet.


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