Sanddorn – die Zitrone des Nordens

Ich liebe meine Heimat zwischen den Meeren. An diesem sonnigen Wochenende besuchte ich einen ganz wundervollen, hier mittlerweile heimischen Busch – den Sanddorn.
Da er unter Naturschutz Sanddornsteht ist es untersagt Äste und Zweige abzubrechen. Die Beeren dürfen jedoch geerntet werden. Ich habe das große Glück im Freundeskreis einen riesigen Busch abernten zu dürfen, daher habe ich auch immer etwas Holz vom Sanddorn in meinem Kräuterlager. Gerade gestern erntete ich einige Zweige mit wundervoll reifen, orangefarbenen Beeren daran.
Sanddorn stellt nicht viele Anforderungen an seine Umgebung. Er benötigt viel Platz in der Sonne und nährstoffarme Böden genügen ihm. So wächst er hier in Schleswig-Holstein, oft auf Dünen, in Sand- oder Kiesböden, in den Küstenregionen. Wenn ein junger Busch gepflanzt wird dauert es ca. 6-8 Jahre bis dieser Früchte trägt.

Sanddorn-Magie

Der Sanddorn ist nicht nur ein Busch mit sehr vitaminhaltigen Beeren daran, sondern hat auch magisch einiges zu bieten. Dem Donnergott Thor war er bei den Germanen geweiht. Die Farbe seiner Blitze spiegeln sich in den orange-roten Beeren wieder. Sie gelten als ein kraftvolles Mittel gegen böse Hexerei, so wurden Zweige des Sanddorns über Stalltüren gehängt um diesen vor Hexen und Blitzschlag zu schützen. Der Sanddorn ist ein echter Alleskönner wenn es in der Magie um den Schutz geht.
Man schlug Milch, die sich nicht zu Butter schlagen ließ mit einem Sanddornzweig um die Verhexung zu lösen.

Ebenso aus dem Brauchtum wurde überliefert, dass er blinden Pferden wieder ihre Sehkraft schenkte. Wenn ein Tier magisch unterstützt werden sollte verwendete man Sanddorn, so auch um die Bindung von Pferd und Reiter zu verbessern, zu intensivieren und zu etwas besonderem zu machen.

Mit den Beeren und Blättern lässt sich auch ganz toll räuchern um Entscheidungen zu treffen, Probleme zu klären, Blockaden zu lösen, seinen eigenen Weg zu finden. Die Räucherung sorgt für Klarheit, für Harmonie und Kraft, Lebensmut, Ausdauer und Durchhaltevermögen. Es stabilisiert unser eigenes Ich und löst Stress förmlich auf.

Vitaminbombe

Die Beeren können von August bis Dezember geerntet werden. Das Fruchtfleisch enthält viele ätherische Öle und einen sehr hohen Gehalt an Vitamin-C, Beta-Carotin und Gerbstoffe. Man kann sie für Saft, Tee, Liköre und Wein, aber auch für Marmeladen und Pflanzenöle verwenden. Hautpflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel werden ebenso aus den Beeren hergestellt.
Vitamin-C ist für unseren menschlichen Organismus sehr wichtig. Es bekämpft Parasiten, Viren und andere Krankheitserreger. Aber auch die freien Radikale, welche den Alterungsprozess unseres Körpers unterstützen. Vitamin-C hat positive Eigenschaften auf unser Haar und den Hautstoffwechsel, den Calcium-Stoffwechsel, das Immunsystem, die Sehkraft, auf Blutgefäße und das Zahnfleisch. Es festigt das Bindegewebe und unterstützt unseren Körper bei der Fettverwertung. Aber auch auf unsere Psyche hat es Einfluss, vor allem bei mangelnder Konzentration, Schlafstörungen oder zur Stressbewältigung. Vitamin-C sorgt rundum für eine positive Stimmungslage.

Es ist nun aber nicht nur das Vitamin-C in den Sanddornbeeren enthalten, auch B-Vitamine für unsere Nerven, Calcium für die Knochen und Eisen zur Blutbildung. Magnesium und Mangan fördern den Aufbau körpereigener Proteine (Eiweiße). Entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften finden wir in den, in den Kernen und dem Fruchtfleisch, enthaltenen Ölen.

Rezepte

Sanddorn

Marmelade
500g Sanddornbeeren
250g Gelierzucker
50ml Wasser
Beeren mit dem Wasser aufkochen, die sie aufplatzen. Danach durch ein Sieb pressen und das entstandene Mus mit dem Gelierzucker unter Rühren etwa 4-5 Minuten kochen lassen. In kleine Gläser abfüllen, hübsch beschriften und genießen.

Sanddorn-Saft
1kg frische Beeren, 250ml Wasser, 750g Zucker, 1 Vanilleschote
Beeren waschen und mit dem Wasser zusammen in den Topf geben. Zucker und Vanilleschote dazu geben und erhitzen. Kurz vor dem Aufkochen den Topf vom Herd nehmen und auspressen. Das schont die Vitamine, macht ihn aber nicht sehr lange haltbar.
Ein Kaltpressen ist natürlich ebenso möglich, indem man die Früchte säubert und durch ein Sieb drückt. Den Direktsaft auffangen und süßen. Im Kühlschrank nur wenige Tage haltbar.

Sanddorn-Likör
750g Beeren, 250g brauner Kandis, Krümelkandis oder brauner Zucker, 0,7l Wodka oder weißer Rum, 1 Vanilleschote
Sanddornbeeren mit etwas Wasser, dem Kandis oder Zucker und der Vanilleschote kurz aufkochen und sofort vom Herd nehmen. Kurz abkühlen lassen und mit dem Alkohol zusammen in eine Flasche füllen. Ungefähr 8 Wochen am Fenster, ohne direkte Sonneneinstrahlung, reifen lassen, dabei regelmäßig schütteln.
Einfacher geht es, wenn man die frischen Beeren in eine Flasche gibt, die aufgeschnittene Vanilleschote und den Kandis oder Zucker dazu gibt und das Ganze mit Wodka oder Rum auffüllt. Auch diese Mixtur darf ungefähr 8 Wochen am schattigen Fenster reifen und dabei regelmäßig geschüttelt werden.

Sanddorn-Sirup
500ml Sanddorn-Saft, 500 – 1000g Zucker, 500 ml Wasser, eventuell 1-2 EL Zitrone oder Vanilleschote
Alles im Topf einige Minuten aufkochen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Heiß in kleine Gläser abfüllen. Der Sirup schmeckt sehr gut in Buttermilch, Quarkspeise, Joghurt, über Vanilleeis oder als „Tunke“ für eine Torte. Dafür eine dünne Schicht Sirup über den z.B. Käsekuchen streichen.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei der Herstellung!


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