Kestenrad – Werkzeug der Völven für Liebeszauber

KestenradDas Kestenrad wurde Ende des 17. Jahrhunderts von einer Völva in Mecklenburg entwickelt. Ursprünglich war es dazu gedacht, die beste Verbindung von Bernstein zu einer Rune herauszufinden. Heute wird es zumeist für die Auswahl von Runen in Verbindung mit Kraftsteinen genutzt. Besonders bei Liebeszaubern ist es ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden.

Der Name geht auf das germanische Wort kesten für Kastanie zurück. Besonderes Merkmal der Rosskastanie ist ihr nahezu regelmäßig auftretender Drehwuchs. Dabei handelt es sich immer um einen Rechtsdrehwuchs. Drehwüchsigkeit äußert sich im Holz in einer Schrägstellung des längsgerichteten Zellverbandes, so dass die Zellen die Sprossachse mehr oder weniger schraubenförmig umlaufen. Die Fasern verlaufen bei Drehwüchsigkeit nicht parallel zur Stammachse, sondern schraubig angeordnet. Dieser Drehwuchs ist neben den magischen Eigenschaften ausschlaggebend für die Eignung des Holzes.

Aufbau

Das Kestenrad wird aus der Baumscheibe einer Kastanie gefertigt. Dazu schneiden wir dicht oberhalb der Wurzeln eine gleichmäßig starke, aber unregelmäßig geformte Scheibe ab. Wir entfernen die Rinde und schleifen die Schnittflächen parallel zueinander so glatt wie möglich. Die Scheibe soll zwischen 5 und 10 Zentimeter stark sein, kann aber problemlos auch eine Stärke von mehreren Dezimetern haben.

Die Oberseite (Wipfelseite) wird in vierundzwanzig gleiche Sektoren zu je 15° eingeteilt. Zentrum bildet dabei der mittlere Jahresring. In den Rand wird für jeden Sektor eine Rune geritzt. Dabei beginnen wir mit Fehu an der Stelle des Randes, die am weitesten vom Zentrum entfernt ist. Die weiteren Runen ritzen wir dann im Uhrzeigersinn.

Nach der ursprünglichen Beschreibung wird die Unterseite des Kestenrades eingeölt, so dass es auf einer Marmorplatte gedreht werden kann. Später hat es sich aber durchgesetzt, das Rad auf einer Drehscheibe zu befestigen.

Anwendung

Das Kestenrad ist recht einfach zu nutzen. Man versetzt es entgegen dem Uhrzeigersinn in Drehung und lässt das gewünschte Mineral entgegen der Drehrichtung wie einen Würfel über das Rad rollen. Es bleibt in dem Sektor liegen, dessen zugeordnete Rune für das Vorhaben besonders gut geeignet ist. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Völva sehr intensiv auf die betreffende Person und das gewünschte Ziel konzentriert.


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